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HanfServer.at Der Österreichische Hanf-Server |
| Cannabis, Marijuana, Ganja oder Weed - viele Namen für die alte Kulturpflanze Hanf ... | |
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Aktuelles Links Veranstaltungen Member-Bereich Gästebuch Erfahrungsbericht: Über die Cannabis-Kriminalisierung |
In der konservativen Schweiz kann sich die Anwendung von Cannabis für medizinische Zwecke länger halten, als im überigen Europa. Bis in die 1950er hinein beschreiben immer neue Bücher die mannigfaltigen Anwendungen. Bis Mitte der 50er des 20. Jahrhunderts gibt es Cannabispräparate in allen Apotheken. Probleme gibt es keine damit, im Gegensatz zum Mohnsaft mit dem Mütter schreiende Babies zu beruhigen. Im Thurgau, im Emmental und im Graubünden entwickeln sich regelrechte Hanfkulturen, wovon heute nur noch Strassen- und Hofbezeichnungen zeugen, vor allem in der Ostschweiz.
Weltweit gerät Cannabis in der ersten Hälfte des Jahrhunderts immer mehr unter Beschuss. Eine starke Lobby hat gute Gründe, Cannabis verbieten zu lassen:
Pharmakologische Gründe für ein Verbot von Cannabis gab es nie wirklich, sie wurden immer nur als Vorwand konstruiert.
In Amerika hat der Zeitungsmagnat Randolph Hearst eine groß angelegte,
auf Rassismus basierende Hetzkampagne gegen das Marihuana
geführt, das die Chicanos, Puertoricaner, Farbigen und karibischen
Einwanderer zu rauchen pflegten. Da das Wort Marihuana für
Nordamerikaner völlig neu war, dauert es bis in die 1920er Jahre
hinein, bis der restlichen Presse, der Bevölkerung und der
Polizei allmählich bekannt wird, dass es sich hierbei um eine
schwächere Version dessen handelt, was praktisch jedem
Amerikaner und Amerikanerin in wesentlich konzentrierterer Form seit Kindheit
als Medikament oder als Vergnügungsmittel zu sich nahm. Die
Folge der Uninformiertheit ist, dass in den ersten 20 Jahren
des 20. Jahrhunderts zwar in einigen Staaten Gesetze gegen den
Marihuanakonsum und somit der Ausländer erlassen wurden, die eigene
Cannabis-Hausapotheke und die eigene Entspannung im
Haschischrauchsalon davon aber nicht betroffen waren.
Die Bevölkerung tendiert eher dazu,
Stechapfel als Marihuana-Quelle zu sehen, nicht Hanf.
| 1900 | D: Alfred Kubin's Roman "Die andere Seite" wird gedruckt. Das Buch basiert - wie der Cannabisextrakt-Liebhaber Kubin erklärt - auf Cannabis-Erfahrungen. |
|---|---|
| 1903 | "Extractum Cannabis indicae aquosum fluidum" wird nun auch als vorzügliches Mittel gegen Koliken bei Pferden empfohlen, "besonders, wenn dasselbe plötzlich auf der Strasse ausbricht und das Tier behufs Verbringung in die Stallung sofort beruhigt werden soll". |
| 1905 | E: Pablo Picasso malt seinen haschenden Jüngling |
| 1906 | USA: Der "Pure Food and Drug Act" tritt in Kraft; bei Cannabishaltigen Produkten müssen genaue Gehaltsangaben auf dem Etikett vermerkt werden |
| 1909 | Merck preist seinen Marktrenner "Extractum Cannabis indicae pinque" als Mittel zur Beseitigung von "Gasbeschwerden" im Darm und gegen Schmerzen beim Stuhlgang an. |
| 15. Jänner 1909 | Gene Krupa, Jazzmusiker und Marihuanaliebhaber wird geboren ... |
| 20. Juni 1909 | Errol Flynn, Schauspieler und bekennender Potraucher wird geboren ... |
| 1910 | Südafrika versucht, die alten
Dagga-Kulte und Naturreligionen der Eingeborenen zu
unterbinden und verbietet den Cannabiskonsum
D: Die Zigarettenmarken "Nil" (8% Cannabis) und "Harem" (7%) verschwinden vom Markt, was allerdings weniger mit dem Cannabis, als vielmehr mit einem Trend zum "Leichtrauchen" zusammenhängt |
| 1910-1930 | Mexikanische Einwanderer und
Seeleute aus Westindien führen Marihuana-Gebrauch in den
Grenz- und Golfstaaten ein. Die Nicht-Kiffer bekommen langsam Paranoia ... |
| 1912 | Den Haag: Bei der internationalen Opium-Konferenz taucht erstmals die Forderung auf, Cannabis weltweit zu verbieten. Alles staunt, der italienische Abgeordnete, der die Forderung eingebracht hat, erklärt daraufhin, er habe Haschisch mit Opium verwechselt, entschuldigt sich und die Hanfwelt ist wieder in Ordnung. Das Resultat der Konferenz ist die "Haager Opium Konvention", die jedoch noch keine Restriktionen gegenüber Cannabis enthält. |
| 1913 | Die Schweiz unterschreibt die
Haager Konvention, kann sich aber aus Rücksicht auf die
chemische Industrie nicht zur Ratifizierung entschließen In Italien wird auf 90-100.000 ha Hanfanbau betrieben |
| 1914 | USA: Utah verbietet als erster Bundesstaat Marihuana |
| 1914-1918 | Während der Kriegsjahre wird in Deutschland der Hanfanbau wieder vermehrt propagiert und auch betrieben. |
| 1915 | USA: Kalifornien erlässt ein Gesetz gegen den Marihuana-Konsum, das wie in Utah auf dem "Jim Crow"-Gesetz basiert. Man macht Marihuanakonsum dafür verantwortlich, dass sich schwarze Unterhaltungskünstler weigern, sich die Gesichter mit schwarzer Schminke zu beschmieren. |
| USA: Der "Federal Harrison Narcotics Act" tritt in Kraft | |
| März 1914 | Sancho Villa und seine bekiffte Truppe besetzen Torreon; im Andenken an diesen Sieg entsteht der Song "La Cucaracha" |
| 14. Oktober 1916 | Das amerikanische
Landwirtschaftsministerium veröffentlicht ein Bulletin über
"Hanfwerg als Material zur Papierherstellung" zuhanden von
"Personen, die an einer ökonomischen Papierherstellung
interessiert sind, besonders print and book manufactures".
Im Bulletin (Nr. 404) wird unter anderem festgehalten, dass
dank moderner Fasergewinnungstechnik aus einem Hektar Hanf
dieselbe Papiermenge hergestellt werden kann, wie aus 4.1
Hektar Wald (und das - im Gegensatz zur Holzbewirtschaftung -
erst noch Jahr für Jahr). Rückblickend darf vermutet werden, dass dieses Bulletin einer der Hauptgründe war, dass sich ein finanzstarkes Trio, bestehend aus Randolph Hearst, der Firma "Du Pont", sowie Andrew Mellon für das Kraut zu interessieren begannen und wenige Jahre später einen gewaltigen und schonungslosen Feldzug gegen Hanf führten.
|
| 1917 | Mit Hinweis auf Sancho (Pancho) Villas Marihuana-Brigade verbietet auch Colorado den Marihuana-Konsum |
| 1918 | CH: Karl Haber verfasst eine ausführliche Darstellung des Hanf- und Flachsanbaus im Bündner Oberland (und vergisst selbst das gemütliche Pfeifchen nicht) |
| 16. Jänner 1920 | In den USA tritt die Alkohol-Prohibition in Kraft |
| die 20er Jahre | USA: In New York operieren die ersten "tea pads" |
| 25. April 1921 | Ella Fitzgerald, Sängerin von "When I get low, I get high" wird geboren ... |
| 12. März 1922 | Jack Kerouac, Untergrund-Schriftsteller und Potraucher wird geboren ... |
| 19. Mai 1923 | Malcolm X, farbige Symbolfigur und Marihuana-Händler wird geboren ... |
| 1924 | Die Schweiz, die zu den sechs größten industriellen Produzenten von Heroin, Morphin und Kokain gehört und damit schwunghaften Handel treibt (v.a. mit China) wird durch massiven internationalen Druck genötigt, die Konvention von 1912 (Haager Konvention) doch noch zu unterzeichnen, bevor sie als Gastgeber für die zweite Opium-Konferenz auftreten kann. Ein erstes, rudimentäres Betäubungsmittelgesetz wird in Kraft gesetzt. |
| 1925 | Genf: Bei der zweiten internationalen Opium-Konferenz werden weltweite Kontrollmaßnahmen für Cannabis eingeführt, obwohl 18 der 19 teilnehmenden Staaten keine Probleme im Zusammenhang mit Cannabis vermelden können; lediglich Portugal berichtet, in seiner Kolonie Angola seien Fälle von schwarzer Aufsässigkeit nach Hanfgenuss vorgekommen. Die knapp ausgehende Schlussabstimmung zu ungunsten des Hanfs wird von handfesten wirtschaftlichen Interessen bestimmt; so droht etwa Ägypten den Deutschen an, im Falle eines Cannabisfreundlichen Abstimmungsverhaltens Importbeschränkungen für Kokain (Merck) und Heroin (Bayer) zu erlassen. |
| bis 1925 | In Europa werden Hanfkraut/Tabakmischungen als orientalische Tabakmischungen verkauft (Im Emmental zu Gotthelfs Zeiten hießen diese Mischungen "Sonntags-Pfeifen") |
| 1925 | Panama: Eine militärische Kommission befasst sich mit dem Cannabiskonsum in der Kanal-Region und empfiehlt der Verwaltung, keine Schritte gegen Konsum und Handel zu unternehmen. Gesetzliche Vorschriften werden als nicht notwendig erachtet. |
| ab 1925 | Die Anti-Marihuana-Lobby in den USA macht mobil: Straftaten, die in den südlichen Grenzstaaten begangen werden, werden dem Marihuanakonsum zugeschrieben. Bei jedem erwischten Verbrecher, der irgendwann einmal gekifft hat (was eine ziemlich verbreitete Mode ist), wird der Drogenkonsum gleich als Ursache der Kriminalität dargestellt. |
| 1926 | Basel: Der Cannabisforscher P. Casparis beschäftigt sich mit der "Reindarstellung des Cannabinols" und leitet seinen Bericht mit folgenden Worten ein: "Haschisch ist ohne Zweifel eines der interessantesten menschlichen Genussmittel" |
| 03. Juni 1926 | * Allen Ginsberg, Dichter und Potraucher |
| 6. Juli 1927 | USA: Die "New York Times" berichtet von einem grässlichen Zwischenfall nach versehentlichem Verzehr einiger Grasblätter. |
| 14. Juni 1928 | Die schweizerischen Kammern genehmigen die Ratifizierung des Abkommens der Opium-Konferenz von 1925. Cannabis wird jedoch noch nicht in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen. |
| 1929 | USA: In bereits 16 US-Staaten gibt
es Gesetze gegen Cannabis (Ausschließlich Südstaaten; die
Argumentationen sind denn auch ausschließlich rassistischer
Natur) Dessen ungeachtet ist der Gebrauch (auch der medizinale) von Cannabis nach wie vor verbreitet. Ein amerikanischer Pharmaproduzent wirbt sogar damit, dass sich der amerikanische Hanf in seiner Tinktur durch nichts von indischem Cannabis unterscheide ... D: Der "Handel und Konsum von indischem Hanf, namentlich seinem Harz" wird unter Strafe gestellt. (Allerdings wird das Gesetz bis Mitte der 60er kaum angewendet) |
| 1930 | USA: Als Ableger des
Finanzministeriums wird das "Federal Bureau of Narcotics"
gegründet (Kongressbeschluss vom 1.7.1930). Harry J. Anslinger
wird (von seinem Onkel, Finanzminister Andrew Mellon) zum
vorläufigen Chef ernannt. Auf Geheiss Mellon's unterstützt das Büro die angelaufenen Hetzkampagnen der Hearst-Presse gegen MarijuanakonsumentInnen. USA: Schon über 500 "tea pads" in New York |
| 30er Jahre | USA: jährlich werden mehr als
vier Millionen Pfund Hanfsamen als Vogelfutter verkauft Die Anslinger-Hetzkampagne, nimmt im Verlauf der Jahre immer verheerendere Formen an. Der Bevölkerung wird suggeriert, dass Marihuana ein in den Wahnsinn und Tod führendes Rauschgift sei, mit dem "Neger, Mexikaner, Puertoricaner und Jazzmusiker" das Land vergiften und weiße Frauen verführen wollten. Die rassistische Kampagne gegen die ungeliebten Minderheiten zeitigt auch zusehends Erfolge. Durch konstante Verwendung der südlichen Terminologie ("Marijuana") und der Vermeidung der bekannten, mit harmlosen Assoziationen verknüpften Begriffe wie Hanf und Cannabis wird bald einmal suggeriert, dass es sich hier um eine neue, hochgefährliche Droge handelt (ein Vorgehen, das selbst in Europa bis heute seine Spuren hinterlassen hat; viele Bauern, die Erfahrungen mit Hanfrauchen haben, fallen aus allen Wolken, wenn sie erfahren, dass Hanfkraut und Marihuana dasselbe Gewächs sind) |
| 1931 | Panama: Zweiter
Marihuana-Report: keinerlei negative Erkenntnisse USA: Trotz anfänglichen Zweifeln über die Durchführbarkeit startet Anslinger mit einem fetten Sonderetat (100'000 Dollar,- und das auf dem Tiefpunkt der Wirtschaftskrise!) seine Verteufelungskampagne gegen Marihuana und seine KonsumentInnen. Neben Plakataktionen ("Warnung vor der Killerdroge"), und dem Verbreiten gefälschter Horror-Pressemitteilungen werden auch "Gutachten" in Auftrag gegeben. Das erste wird für 2000 Dollar vom Gefängnisarzt A.E. Fossier konstruiert. Auszug: "Die herrschende Rasse und die aufgeklärtesten Länder sind alkoholisch, derweil die Länder und Nationen, die Hanf und Opium verfallen sind, (...) sowohl geistig als auch physisch zu Grunde gegangen sind" |
| 1932 | In der Jazz-Szene wird Cannabis besungen: Cab Colloway besingt den "Reefer Man". |
| 1932 | USA: Anslinger wird offiziell zum obersten Chef des US Bureau of Narcotic ernennt |
| 5. Dezember 1933 | USA: Um 15:32 Uhr endet der 13 Jahre andauernde Versuch einer Alkohol-Prohibition. Die freiwerdenden Repressionskräfte werden vom dankbaren Anslinger aufgenommen. |
| 1934 | USA: Walter Bromberg publiziert die erste klinische Studie zum Cannabiskonsum und liefert damit erstmals Tatsachen. Die seit Anfangs der 30er stattfindende Polemik und Hetzkampagne kümmert das allerdings wenig. |
| 1935 | In den USA werden allein für Farben und Lacke 58'000 Tonnen Hanfsamen verbraucht |
| 1936 | Anslingers Bureau gibt den wohl
grässlichsten "Aufklärungsfilm" in Auftrag (Reefer Madness) Ella Fitzgerald und Chick Webb nehmen den Song "When I Get Low, I Get High" auf. USA: Du Pont sichert Regierungsvertretern zu, dass Hanföl durch synthetische Öle ersetzt werden könne (die natürlich mehrheitlich von Du Pont hergestellt werden) |
| 1937 |
"Reefer Madness" kommt in die Kinos (Handlung: Junger
Musteramerikaner raucht einen Joint und wird dadurch zur
mordenden Bestie) Eine Flut von Plakaten und sonstigen Aufklärungswerken überschwemmt die Staaten USA: 46 von 48 Bundesstaaten haben bereits Gesetze gegen Marihuana erlassen Bis 1937 wurden ca. 80 % der weltweit verwendeten Schnüre, Seile und Taue aus Hanf hergestellt. Hauptproduzent zwischen 1740 und 1940 ist Russland Die amerikanische Fachzeitschrift "Mechanical Engineering" zählt über Seiten hinweg die Vorzüge des Hanf auf und übertitelt das Ganze mit "Die profitabelste Nutzpflanze, die man sich wünschen kann" Du Pont lässt sowohl Verfahren zur Herstellung von Plastik aus Öl, als auch Sulfat/Sulfit-Verfahren zur Papierherstellung aus Holz patentieren (diese Patente sichern Du Pont für die nächsten 50 Jahre 80% des Gesamtumsatzes). Die Du Pont-Papierherstellung ist teurer und umweltbelastender als das Hanf-Papier-Verfahren, das Resultat ist zudem von schlechterer Qualität. Der Chemieriese hat großes Interesse an einer Eliminierung der Konkurrenz Hanf. Im Frühling findet eine Anhörung der AMA (Ärztekammer) zur beabsichtigten Marihuanagesetzgebung statt. Die AMA-Vertretung erfährt erst 2 Tage vorher, dass es sich bei dem "Mörderkraut aus Mexiko" um das vertraute Cannabis handelt und protestiert (Bei der späteren Debatte im Kongress lügt der Abgeordnete Vinson für den Haushaltsausschuss ungeniert, als die Frage nach dem Einverständnis der Ärztekammer gestellt wird, indem er einen nicht existierenden Arzt als Referenz für angebliches Einverständnis der AMA angibt. Der Kongress verabschiedet daraufhin den Marihuana Tax Act). |
| 27. April 1937 | USA: Beginn der Kongressdebatte
über den "Marihuana Tax Act". Anslinger sagt vor dem Kongress aus: "Marihuana ist die gewalterzeugendste Droge in der Geschichte der Menschheit" ... "in den USA gibt es 50-100'000 Marihuanaraucher, die meisten davon sind Neger, Mexikaner und Unterhaltungskünstler" Der "satanische" Jazz sei eine direkte Folge des Marihuanakonsums Die Vogelfutter-Hersteller sagen vor dem Kongress: "Ohne Hanfsamen werden die Vögel nicht singen" (In der Folge wurden sterilisierte Hanfsamen aus dem asiatischen Raum importiert) |
| 13. Juli 1937 | USA: Anslingers berüchtigter Artikel "Marihuana - Assassin of Youth" erscheint im American Magazine |
| 02. August 1937 | USA: Präsident Roosevelt unterzeichnet den "Marihuana Tax Act"; |
| 01. Oktober 1937 | USA: Der "Marihuana Tax Act" tritt in Kraft - Marihuana wird somit steuerpflichtig (100 Dollar je 30 Gramm); wer illegal damit Umgang treibt, kann fortan nach den scharfen Gesetzen für Steuerhinterziehung bestraft werden. |
| 08. Oktober 1937 | USA: Das erste Opfer des
Marihuana Tax Act ist ein 58-jähriger Schwarzer, der für den
Verkauf eines Joints vier Jahre Gefängnis und 1000 Dollar
Busse kassiert Wie sich später herausstellt, weiß außer einigen wenigen Politikern, einigen Reichen und Industriellen (allen voran Du Pont und Hearst), sowie einigen oberen Polizeivertretern zu diesem Zeitpunkt niemand, dass Hanf soeben verboten worden ist, aber die ganze Nation registriert das Verbot einer mexikanischen Mörderdroge. |
| 1938 | Du Pont, führend im Hanfölgeschäft, patentiert die Nylonfaser |
| 03. Februar 1938 | Der amerikanischen Öffentlichkeit wird mit dem Versprechen auf "Billionenschwere Ernteerträge" eine neuentwickelte Marihuana-Erntemaschine vorgestellt. |
| Jan. 1939 | New Yorks Bürgermeister LaGuardia setzt eine Untersuchungskommission ein, die Verhaltensforschung bei den Kiffern in New York City betreiben soll |
| 1940 | USA: Die Ärztegesellschaft (AMA), die für Anslinger eine fachkundige "Gefahr" darstellte, hat sich - nicht zuletzt aufgrund massiver Drohungen - mit dem Hexenjäger arrangiert. Resultat: noch 1939 belangte das FBN mehr als 3000 Ärzte wegen dem Ausstellen illegaler Rezepte; zwischen 1939 und 1949 werden lediglich noch 3 Ärzte strafrechtlich verfolgt. |
| 28. Dezember 1940 | Der "New York Daily Worker" behauptet, Marihuanagebrauch führe zu "aufgedunsenem Gesicht, blutunterlaufenen Augen, Gliederschwäche und Zittern" |
| 05. Juni 1941 | Der erste Bericht zur THC-Synthese
wird veröffentlicht (Roger Adams, J.of the Americ.Chem.soc.) Der Automobilpionier Henry Ford stellt der Presse sein "Hanfmobil" vor; ein Auto, das aus Hanf hergestellt ist (Hanf-Kunststoffe für die Karosserie, Armaturen, textile Ausstattung) und mit Hanf betrieben wird. Ford hebt vor allem die im Vergleich zu benzinbetriebenen Autos überaus günstige CO2-Bilanz hervor. |
| 1. November 1942 | Cannabis wird aus der US Pharmacopeia gestrichen und verliert somit seine Habilitation als Medikament |
| 1942 | USA: Obwohl an allen Fronten gegen
Marihuana polemisiert wird, wird im mittleren Westen eine
eigentliche Hanf-Anbauschlacht geschlagen: auf 146.000 Morgen
Land wird Hanf gesät; die Rüstungsindustrie braucht Rohstoff für
Seilproduktionen. (Die japanische Regierung hatte Amerika den
Sisal-Nachschub abgeklemmt und eine Weiterführung des Kriegs
ohne Hanf war undenkbar: vom Schmieröl der Flugzeugtriebwerke
über Gurten, Taue, Takelagen, Feuerwehrschläuche bis zu den
Schuhnähten) USA: Um die Bauern so richtig einzustimmen wird der wohl massivste Hanf-Werbefilm aller Zeiten produziert ( "Hemp for Victory"), in dem die Pflanze als eigentliches Weltwunder und patriotische Überlebensgarantie bezeichnet wird (im ganzen Film wird kein einziges Mal darauf verwiesen, dass es sich um dieselbe Pflanze handelt, gegen die in Nachbarkino "Reefer Madness" mobil macht). Als besonderer Anreiz werden zudem Farmer und deren Söhne vom Wehrdienst befreit, wenn sie Hanf anbauen. Anslinger wird Mitglied des Geheimkomitees, das dem OSS (Vorläufer der CIA) ein "Wahrheitsserum" beschaffen sollte und zu diesem Zweck an - zum grössten Teil nicht informierten - Soldaten und Zivilpersonen Versuche mit verschiedensten Drogen, v.a. auf Halluzinogenbasis unternimmt (Die Oeffentlichkeit erfährt von diesen Versuchen erst 1982,- sie gehen als CIA-Skandal in die Geschichte ein). 15 Monate lang experimentieren Anslinger und Konsorten mit Haschischöl, bevor sie zur Erkenntnis gelangen, dass die Substanz für militärische Anwendung nicht zu gebrauchen ist. |
| 1943 | USA: Die Bauern werden von der
Regierung zum Konsum des Filmes "Hemp for Victory" verpflichtet,
müssen den Kinobesuch mit ihrer Unterschrift bezeugen und
erhalten noch eine Broschüre über Hanfanbau. In Kentucky macht die Anbauschlacht selbst vor Studenten nicht halt: in einem an der Uni gestreuten Flugblatt (25.3.43) wird jeder einzelne aufgefordert, mindestens einen viertel Hektar - besser aber mehr - Hanf anzubauen. CH: Der Hanfanbau ist seit Ende des ersten Weltkrieges kontinuierlich zurückgegangen (wegen Kunstfasern, Sisal usw.). Noch 2182 Pflanzer bauen insgesamt auf 55 ha an. Dem eidgen. Kriegs-Ernährungsamt wird eine Gruppe "Flachs und Hanf" angegliedert, welche den vernachlässigten Hanfanbau vorantreiben soll. Europa: Der Krieg macht's möglich, überall in Europa wird der Hanfanbau wieder propagiert. Der deutsche Reichsnährstand gibt eine aufwendig gestaltete Lehrschrift ("Die lustige Hanffibel") heraus, das schwedische Landwirtschaftsministerium versucht, die Bürger mit der Broschüre "Svensk Hampodling" zum Cannabisanbau zu motivieren. |
| 1944 | USA: Der LaGuardia Report wird
veröffentlicht. Zum Schrecken aller Prohibitionsfans widerlegt
er sämtliche Vorurteile: Potrauchen führt nicht zu aggressivem
oder asozialem Verhalten, die Persönlichkeit des Konsumenten
wird nicht verändert und Beweise für Cannabis als Ursache
kriminellen Verhaltens wurden keine gefunden. Anslinger polemisiert weiter. Sein Mitarbeiter (Psychologieprofessor James Munch) entdeckt im Auftrag des FBN immer neue menschenbedrohende Gefahren des Hanfs, indem er sich darauf spezialisiert, komplexe und bis dato unerklärbare Krankheitsbilder monokausal zu erklären. Er findet heraus, dass Hanf irreversible Hirnschäden verursacht, die Zeugungsfähigkeit bei beiden Geschlechtern zerstört und dass ein einziger Joint monatelang Flashbacks verursachen kann. (Nach demselben Muster arbeitet später der Ägypter Nahas für die UNO). Die politischen Ultra-Rechten nutzen die Hysterie, um alle "verdächtigen Elemente" zu kriminalisieren; erst gesellschaftliche Randgruppen und Jazzmusiker, in späteren Jahren dann der Beat, die Liberalen und die Hippies. Außerdem kündigt Anslinger an, er werde die Ärzte, die für den LaGuardia Report zuständig waren, sowie alle Wissenschaftler, die noch Untersuchungen über Cannabis publizieren würden, ins Gefängnis werfen lassen. |
| 1945 | Die AMA präsentiert Anslinger eine (von ihm bestellte) Studie, die besagt, dass sich 1944/45 34 schwarze und 1 weißer GI, die Marihuana geraucht hatten, gegenüber weißen Vorgesetzten ungebührlich benommen hatten. |
| 1947 | USA: die USA machen Anslinger zum Vorsitzenden der UN-Drogenkommission und dehnen damit die Politik der Polemik auf die ganze Welt aus. |
| 1948 | Die USA befindet sich mitten in
der antikommunistischen Aera McCarthys. Anslinger begräbt
seine "Mörderkraut-Geschichten" und passt sich der politischen
Situation an: Fortan wird dem Kraut keine aggressionsfördernde
Wirkung mehr angedichtet, sondern - viel schlimmer - es mache
so friedlich und pazifistisch, dass dieses Rauschgift von
Kommunisten dazu gebraucht würde, die Kampfmoral der
amerikanischen Armee zu schwächen (Man erinnere sich:
Anslingers Hauptargument gegen Cannabis bestand ein Jahr zuvor
noch in der "gewalterzeugenden" Wirkung) Das eigentlich
absurde an dieser 180-Grad-Wendung ist jedoch das Phänomen,
dass Anslinger und sein Freund McCarthy dabei auch noch von
der "freien" Presse unterstützt werden! Pikantes Detail: Anslinger bekennt später in seinen Memoiren (The murderers), dass er McCarthy jahrelang mit illegalen Morphinen versorgt hatte. Ex-FBN-Agenten bestätigen dies. Begründung: Anslinger wollte vermeiden, dass der drogenabhängige Senator von den Kommunisten hätte erpresst werden können. Nach Anhörung von Anslingers Ausführungen beschließt der Kongress einhellig die Beibehaltung der Marijuana-Repression und begründet dies mit dem exakten Gegenteil der ursprünglich maßgeblichen Behauptungen. |
| 28. April 1948 | USA: Das JAMA reagiert auf den "La Guardia Report" und fordert Politiker und Beamte auf, die "unkritische Studie zu ignorieren und auch weiterhin Marihuana als ernsthafte Bedrohung zu sehen" |
| 1949 | V.A. Reko publiziert eine grässliche "Studie" über Cannabis, die bis in die Siebziger-Jahre hinein immer wieder in Anti-Cannabis-Expertisen als Quelle zitiert wird. |
| 10. Jänner 1949 | Robert Mitchum gerät wegen Marihuanarauchens mit dem Gesetz in Konflikt |
| Geschichte: |
v.Chr., n.Chr. - 20. Jhdt, 1900-1950, 1950 bis 1959, 1960 bis 1969, 1970 bis 1979, 1980 bis 1989, 1990 bis 1999, ab 2000 |